Aus dem täglichen Wahn des Homo Schein

Der Verlauf der Krise ist nicht vorhersehbar

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So möchte man meinen. Immerhin hat ein Großteil der Bevölkerung verstanden, dass es eine Krise gibt.

Selbst in den einschlägigen Talkshows und Sendungen, die sich irgendwie mit dem Thema befassen, bemerkt man eine merkwürdige Anteilnahme am ganzen Geschehen. Man möchte den Eindruck gewinnen, dass auf einmal eine neue Offenheit herrscht, die in ihrem Gehalt unumstößlich ist und Journalisten sich wieder auf ihre Tugenden besinnen. Aber irgendwie bleibt ein schaler Nachgeschmack, besonders beim Blick ein wenig hinter die Kulissen.

Warum zum Beispiel werden die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen? Warum wird nicht deutlich gemacht, wer aktiv zum jetzigen Schlamassel beigetragen hat, warum werden die Ursachen nicht benannt, und warum wird das Gegenteil dessen behauptet, was tatsächlich geschah?

Merkel, Steinbrück, Sinn und andere waren Kämpfer an vorderster Front für eine Liberalisierung und Privatisierung der Märkte und der gesellschaftlichen Belange. Sie selbst haben hiervon massiv profitiert. Aber in den Medien stellen sie sich dar als die, die es schon immer gewusst haben, und niemand wollte auf sie hören?

Und jetzt endlich können sie sich präsentieren als Retter in der Not, als Leuchttürme der Vernunft, als die Propheten in der Wüste, die endlich die Oase erreichen. So oder ähnlich ist der Tenor in den Leitmedien. Das ist doch eine Farce, ein billiges Konstrukt! Glauben diese Herrschaften wirklich, dass ein „weiter so“ neue Früchte der Arbeit und des Wohlstands für alle bringen werden? Was glauben diese Personen denn?

Gut, eine Verdrehung der Tatsachen gehört zum allgemeinen Polit-Karussel, ja ist ein guter Ton in dieser unbeliebten Kaste der Parteivertreter (von Volksvertretung möchte ich gar nicht sprechen, googelt mal unter „Landeslisten“). Wer jedoch der Meinung ist, dass dies eine gute Gelegenheit sei, irgendwas zu ändern, der wird schnell eines besseren belehrt. Auch hier wieder sieht man eher eine Beschleunigung des Kurses, den unsere „Eliten“ anstreben. Und das hat mit Demokratie nicht mehr viel zu tun. Hier geht es allein um die aufrechterhaltung des Systems, egal wie gut, schlecht oder sonstiges ist.

Ich in ihrem Fall würde das gleiche wollen, denn es steht nicht nur ihr Privileg auf dem Spiel, sondern ihr ganzes hergebrachtes Leben.

Written by mani1914

April 8, 2009 um 8:18

Veröffentlicht in Politische Ökonomie

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