Aus dem täglichen Wahn des Homo Schein

Ypsilanti und Clement – die SPD in der Selbstverstümmelung

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Heute hat der ehemalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement sich öffentlich zu seiner Person und dem von ihm verkündeten Rücktritt aus der Partei geäußert. Er rechne ab mit der Partei und dem Bundesvorstand der SPD, der er „den Versuch der Entmannung“ vorwirft.

Gerade sein Langjähriger Parteikollege Franz Müntefering habe ihn „Entmannen“ wollen, und er habe sich unter heftigen Anfeindungen das vergangene Jahr für seine Überzeugungen verteidigen müssen.

Besonders die durch die „Agenda 2010“ vertretene Politik der Entrechtung und der dem Willkür-Prinzip Unterworfenen, der „Prekarisierung“ und Ausgrenzung weiter Bevölkerungsteile, der Sozialfürsorge und der Demontage desselben erntete Clement heftigen Widerstand aus Politik, Gewerkschaften, der Kirche, Wohlfahrtsverbänden, der Öffentlichkeit und der eigenen Partei. Die hieraus entstandenen verbalen Attacken auf seine Person seien nicht gerechtfertigt, verkündete der 68-jährige Ex-SPDler, der durch seine Person und Funktion die „Agenda-Politik“ wesentlich mitgetragen hat. Von ihm stammen auch Aussagen über seine Sichtweise auf Bevölkerungsteile, die in sogenannten „prekären Verhältnissen“ leben, und die er zum Teil übel verleumdete. Besonders haften blieb seine Aussage zu den „Schmarotzern“, die die Sozialkassen plündern würden. Wer weiß schon, wie es im Leben eines einzelnen aussieht, der als Leiharbeiter auf Gedeih und Verderb dem „Wettbewerb“ ausgeliefert ist.

Sicher, Clement hatte damit nichts zu tun. Er hat nur das Gesetz mit verabschiedet und von seinen Freunden aus der Wirtschaft ausarbeiten lassen, das die Legalisierung der Personaldienstleistungen in seiner jetzigen Form erst ermöglichte.

Man sollte einem alten Mann nachsehen, dass man irgendwann einfach den Kontakt zur Realität verliert, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht. Aber so viel Realitätsferne hätte ich Clement nicht zugetraut. Vielleicht liegt das auch mit seiner Arbeitsbelastung zusammen, die Clement seit 2005 in so manchen Aufsichtsräten der großen Industrien leisten muss. Schließlich hat Wolfgang Clement einen guten Job gemacht, denn einer der größten deutschen Personaldienstleister hat ihn nach seiner Entlassung aus der Politik sofort zum Aufsichtsrat gemacht.

Kommen wir zum Zweiten Hauptschauplatz der multimedialen Schlammschlacht, die derzeit die SPD erschüttern. Jawohl, genau. Die arme Andrea Ypsilanti, die sich ja für ihren „Wortbruch“ verantworten soll, weil sie mit der Tolerierung der Linkspartei die CDU und ihren Ministerpräsidenten Roland Koch abwählen wollte. Ich weiss nicht.

Eine Partei, die seit Jahren nichts anderes macht, als ihr Wort bei jeder kleinsten Gelegenheit auf die Waagschale der Realpolitik zu werfen, um den Interessen ihrer Lobbyfreunde zu opfern, hat offensichtlich ein „Problem“ mit der Glaubwürdigkeit ihrer Politik und Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Wer miterlebt hat, mit welchen Methoden die eigenen Mitglieder manipuliert werden, um Einzelinteressen in Gesetze zu gießen, der hat tatsächlich ein „Problem“ mit der Glaubwürdigkeit.

Aber im Gleichsatz zu vielen Parteikollegen hat Andrea Ypsilanti nichts anderes getan.

Die SPD sucht derzeit einen Sündenbock für ihr eigenes Fehlverhalten und versucht von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Wen interessiert das schon? Schließlich hat die „Yps“ mit „der Linken“ paktieren wollen, die ja schließlich dafür steht, eine soziale Politik zu machen und den Vermögenden einen Stück vom Kuchen abzunehmen, damit die Verlorenen und „Abgehängten“ der Gesellschaft nicht total im Dreck landen, weil sie sich nicht wehren können gegen die unlauteren Methoden der Wirtschaft und ihren Prinzipien der Ausbeutung, Bespitzelung und Kommerzialisierung aller Lebensbereiche, der Deregulierung und der Zulassung von Schneeball- und Hütchenspieler-Methoden in Wirtschaft und Politik.

Dagegen muss natürlich die „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ SPD angehen. Wie würde dass denn aussehen, wenn diese Partei sich mit anderen zusammen täte, um das zu erreichen, was sie selbst in ihrem Namen trägt?

© .co

Written by mani1914

November 30, 2008 um 19:08

Veröffentlicht in Das große BlaBla, Homo Schein des Tages

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