Aus dem täglichen Wahn des Homo Schein

Beleidigen oder belobigen – Die neuen Herausforderungen des Web 2.0

leave a comment »

Etwas, was mir in letzter Zeit ziemlich auf der Seele brennt, wenn ich durch die endlosen Weiten des Webs surfe, ist, dass Diskurse fast nicht mehr stattfinden. Online wird zwar fleißig Meinung ausgetauscht und da ist auch immer viel Blödsinn, aber auch viel Spannendes oder Gutes, dabei, doch eine Tendenz ist auffällig: Ein langer Diskurs mit neuen Ansätzen ist für viele nur schwer möglich.

Beleidigt © Flickr/ Jan TikViel zu häufig arten Kommentare oder Forenbeiträge, die mit gutem Diskussionspotential beginnen, zu wüsten und vor allem sinnlosen Beschimpfungen und Beleidigungen aus. Jeder beharrt auf seinem Standpunkt und wird immer fanatischer. Ob nun Kommunismus oder Kapitalismus. Rechts oder links. Das alle ist im Ende doch egal, denn wir bräuchten ein völlig neues System. Doch wir halten uns alle so sehr mit alten Diskussionen, die sich nur im Kreis drehen, auf, anstatt dass über neue Dinge nachgedacht wird.

Spiegeln sich also in solchen Tiraden auch nur wieder die Machtlosigkeit der Politik und deren Menschsein wider? Nimmt die Wut im Volk zu oder ist es ein grundlegendes menschliches Problem, dass wir die Meinungen anderer nur schwer akzeptieren können?

Aber nur so können neue Dinge geschaffen werden, indem man auch über seinen eigenen Horizont blickt und die Meinung eines anderen zulässt. Man kann versuchen dagegen zu argumentieren, seinen Standpunkt klar machen, aber keine Meinung ist mehr wert als irgendeine andere! Warum halten wir uns also mit ewigen gegenseitigen Beleidigungen und Meinungskämpfen über die Richtigkeit irgendeines Gewäschs auf?

Hier haben wir eine neues und noch freies Medium, das in Zukunft immer wichtiger werden wird. Wir können alle offen unsere Meinung äußern und werden noch nicht von Manipulation, Konsumdruck oder Zensur eingeschränkt. Warum schaffen wir es also nicht aus diesem Medium etwas wirklich sinnvolles entstehen zu lassen?

Wir alle müssten zusammen arbeiten und nicht gegeneinander. Und dies vor allem in neuen Formen, denn die alten sind langsam passé und haben ausgedient bzw. gar nicht erst funktioniert.

Ich denke, dies wird eine der größten Chancen, aber v.a. auch Herausforderungen des Web 2.0 werden. Wie machen wir es zu einem angesehenen Medium, das Einfluss hat, aber frei bleibt? Was wird unser Stil werden? Hier haben wir die Chance den Journalismus neu zu erfinden, an neuen Stilen zu arbeiten (ein paar wenige tun dies schon, aber eben noch zu unerkannt).

Ihr sagt Kunst oder der Journalismus stecken in einer Sackgasse? Man kann keine neuen Formen mehr erschaffen? Ihr surft gerade in einer! Wir sind mitten dabei uns etwas Neues aufzubauen. Warum halten wir daran nicht alle fest? Ich weigere mich an dem Denken festzuhalten, dass neuen Formen nicht mehr möglich sind! Das wird uns nur von der ewig gleichen Kommerzschleuder glauben gemacht, damit sich das Konsumrad schön weiterdrehen kann und ja niemand aus dem ach so tollen System, das gerade den Bach heruntergeht, ausbricht…

Jaja, meine kleine Utopie. Aber eben auch meine Meinung, mein Versuch und mein Gefühl. Wir stecken in diesen Dingen noch in den Kinderschuhen. Wir müssen nur weitergehen und ihnen irgendwann entwachsen! Und das geht nur auf einer gemeinsamen Basis, die sich nicht durch Beleidigungen und fanatische Ansichten aufhält…

© nina

Written by mani1914

November 20, 2008 um 16:02

Veröffentlicht in Seelensenf

Tagged with

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: