Aus dem täglichen Wahn des Homo Schein

Vereinte Nationen beraten über Finanzkrise

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Nachdem es im US-Kongress heftige Debatten um die Finanzierung des von Finanzminister Henry Paulson vorgeschlagenen Rettungspaketes und deren Höhe von gut 700 Milliarden Dollar ging, befasste sich die Hauptversammlung der Vereinten Nationen (VN) mit dem Thema.

US-Präsident George W. Bush verteidigte die Pläne Paulsons vor der VN mit Blick auf die internationalen Auswirkungen der Krise. Von Seiten anderer Regierungen waren verhaltene bis vorsichtige Töne zu hören. Generalsekretär Ban Ki Moon mahnte in seiner Rede die Akteure, dass es an der Zeit sei, ein neues Verständnis und eine Ethik der Verantwortung in den Finanzmarkt einzubringen. Der Franzose Sarkozy schug einen „Krisengipfel“ vor.

Unterdessen kamen die Verhandlungen im US-Kongress nicht weiter, da viele Abgeordnete sich offensichtlich nicht so einfach vor den Karren spannen lassen wollten. Die Furcht geht um, sich vor den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen nicht noch unpopulärer zu machen, als sie ohnehin schon sind. Verständlich, denn mit dem anstehenden Vorschlag Paulsons wären die Beihilfen Washingtons für den Finanzmarkt und deren Akteure auf über 1,2 Billionen Dollar geschnellt.

Ein paar Zahlen zum Vergleich: Rund 14 Billionen US-Dollar beträgt das Bruttosozialprodukt der Vereinigten Staaten von Amerika. Auf gut 60 Billionen USD werden die derzeitigen kontrakte aus Finanzderivaten geschätzt, die derzeit global im Umlauf sind. Das weltweite Bruttosozialprodukt lag 2005 bei ca. 45 Billionen USD. Jeder Amerikaner ist mit ca. 120.000 USD verschuldet. Stürzt die amerikanische Wirtschaft, stürzt gut ein drittel der Weltwirtschaft. Ach ja: DIe FED ist NICHT STAATLICH!

Zu Herrn Paulson sei noch hinzugefügt, der die US-Amerikanischen Bürger eh „am Haken sieht“, dass er als CEO von Goldmann Sachs treffliche Geschäfte machte, die ihm gut eine halbe Milliarde Dollar einbrachte. Warum er nicht bereit ist, einen guten teil seines Vermögens zur Rettung seiner Freunde aus der Finanzwelt zu geben, ebenso wie einige seiner Freunde, die über ähnlich hohe Einkommen verfügen, will mir nicht in den Kopf.

Außer, die Annahme möge gestattet sein, den Herrschenden Clans ist es eigentlich egal, wie ihr derzeitiges politisches System aussieht oder heisst, solange sie an der Macht ungerührt schalten und walten können. Insofern ist eine Debatte über den „Einzug des Sozialismus“ in die Kapitalistische Grundfeste nur Augenwischerei. Nicht umsonst machen „echte Demokraten“ glänzende Geschäfte mit Diktatoren und anderen ihres Schlages.

Das Gesocks bleibt gleich, egal wie man die Gesellschaftlichen Systeme nennt. Hier muss man neue Lösungen finden und die Kriegstreiber und Profiteure aus den Schaltzentralen der gesellschaftlichen Macht bringen. Wenn das nicht gelingt, werden wir keine Veränderung erleben.

Good Night Banana

© .co

Written by mani1914

September 24, 2008 um 8:30

Veröffentlicht in Politische Ökonomie

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Eine Antwort

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  1. […] weil tagtäglich so viele Menschen kommen um Fotos zu schießen oder ihren Unmut anhand der Finanzpolitik kund zu tun. Ein Künstler hat vor dem Gebäude ein großes Porträt des Chefs der […]


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