Aus dem täglichen Wahn des Homo Schein

Die neuen Tugenden der Weltwirtschaft – Werte im Wandel der globalisierten Welt

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Wer zu diesem Thema auf der Wiki- Seite nachschlägt, entdeckt erstaunliches. So viele Eigenschaften, so viele Kategorien, dass einem schwindlig werden will. Aber was sind die Tugenden einer globalisierten Welt, in der hier bei uns in Ozeanien und Eurasien die Ökonomie als herrschende Kraft alles durchdringenden, bis in die Keimzelle des menschlichen Seins?

Tugend bedeutet einfach nur taugen.

Das heißt, dass ein Mensch in der Gesellschaft durch Eigenschaften hervortreten sollte, die ihn befähigt in der Gemeinschaft sinnvoll zu leben. Also Gesetzestreue und Einhaltung von Ordnung, ein respektvoller Umgang („Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu) mit den anderen und so weiter.

Hieraus entwickelte sich ein Vorstellungskanon, der allgemein erhoben wurde, um „gute“ Eigenschaften des Zusammenlebens abzuleiten. Daraus haben viele, viele Strömungen sich so ihren Senf gebraut. Beispielhaft seien hier die „Bürgerlichen“ Tugenden genannt, die vor allem in der Bewältigung des alltäglichen und die den „Aufbau und Sicherung einer wirtschaftlichen Existenz“ zugrunde liegende Eigenschaften betonen. Das sind dann Dinge wie Ordnungsliebe, Sparsamkeit, Fleiß und so weiter. Oder der Preußische Kanon. Die Religionen taten ihr Übriges.

Die Sittliche Welt war bis zum Mauerfall 1989 in Deutschland absolut in Ordnung. Was dann kam, und das ziemlich schnell, das war der Wertewandel, der die Menschen auf eine neue Form des Zusammenlebens, eine neue Weltordnung einstimmen sollte.

Durch neue Technologien wie das Internet wurde dieser Prozess derart beschleunigt, dass der Vollzug schneller vonstatten ging als jemals zuvor. Man wurde regelrecht überrumpelt. Viele Menschen torkelten geistig wie besoffen. Wie ein betrunkener sich so verhält in vernebeltem Zustand kann man auf jedweder x-beliebigen Party beobachten.

Man kann auch nicht sicher sein, wer der Initiator dieses „Wandels“ eigentlich war. Man kann es den neuen „Eliten“ anlasten, oder einfach der Degeneration der Massen, die zeitgleich einzusetzen scheint, es zeigt auf jeden Fall Anzeichen eines riesigen PR-Gags. Anders kann man sich so manch neue Definition vom „guten“ Zusammenleben nicht erklären. Oder warum sollten Habsucht und Geiz in einer Gemeinschaft als erstrebenswerte Eigenschaften gelten? Vielleicht wurde dieser Diskurs vom „altem, überflüssigen“ auch nur als eine Vorbereitung genommen, um die änderung der Gesellschaft hin auf eine neue Ordnung vorzubereiten?

Und was soll das für eine „Ordnung“ sein, die ihre fundamental funktionierenden, in Jahrhunderten gewachsenen Prinzipien so einfach über Bord wirft? Nein, es scheint ein fundamentaler Zusammenhang zu bestehen zwischen der Neuordnung der Gesellschaft in einem Ökonomischen Sinn ( die Führung eines Staates nach den Prinzipien der Betriebswirtschaftslehre – Bertelsmann-Stiftung Liz Mohn zum Beispiel) und der Bildung einer neuen Kaste von Wirtschaftlichen, politischen Führern, die sich selbst gern Elite, oder „Leistungsträger“ nennt.

Sie sucht durch die Neuordnung der verstandenen Welt Fakten zu schaffen, um ihre Taten zu legitimieren und sie in einem Licht erscheinen zu lassen, wie sie eben nur „Sittlich“, also richtig sein kann. Es ist der Umkehrschluss eines Weltverständnisses, in der man von Frieden spricht und Krieg führt; es ist das Gerede vom „Kampf gegen den Terror“ und die eigene Bevölkerung meint, es sind Umfragen, die so gestellt sind, dass man antworten muss, wie der Fragende es gerne hätte.

Es ist die Verdrehung des Sinns und der Bedeutung in eine beliebige Richtung und schlussendlich die Bedeutungslosigkeit, Beliebigkeit eines Weltverständnisses, das bei mir anfängt und bei mir aufhört.

(„Geiz ist geil“, Denk an Dich“, „Ich will so bleiben wie Ich bin“, „für Dich“, „Fühl Dich wohl“, „einfach mal genießen“, für den Genießer in dir“, Slogans der gängigen Reklame und PR)

© Marco

Written by mani1914

Juli 1, 2008 um 16:39

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