Aus dem täglichen Wahn des Homo Schein

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Damals `39®™

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…Da kam mein kleiner Enkel zu mir und bat mich, ihm doch zu erzählen, wie das denn so war, so zur Jahrtausendwende mit dem Umbruch und der Evolution.

Ich war sehr erfreut, ihn bei mir zu haben, denn so häufig war es ja nicht, dass mein kleiner Liebling sich zu mir bequemte. Aber so ist das halt mit der Jugend, sie kommen immer nur dann, wenn sie etwas wollen, nicht um einen alten Herrn mit ihrer Anwesenheit zu erfreuen. Er setzte sich vor mich hin, mit seinem Gainboy™, der neuesten Entwicklung auf dem Consumer Market®, in der Hand. Dieses Ding ist sehr praktisch, wenn man will, das die Kiddies auch hübsch ihre Pillen (ein antiquiertes Wort, aber es fällt mir schwer mit diesen neuen Wörtern und Begriffen) nehmen. Man kann genau die Dosis festlegen und darauf vertrauen, dass der Gainboy™Alarm schlägt, wenn der Sprössling nicht sein Recitat®, Recitalin® oder Haluzinopol® nimmt. Das besondere an dem Gerät ist, dass es Spiel und Belohnung so gut miteinander zu Kombinieren wusste. Löste man eine Aufgabe, bekam man genau die richtige Dosis an Freudol®, um die nächste Spielsequenz über glücklich zu sein. So war man noch mehr bemüht, den nächsten Level, die nächste Sequenz, den nächsten Boss zu schaffen, um weiter glücklich zu sein.

Das war eine gute Idee für gestresste Eltern, die sich nicht immer um ihren Nachwuchs kümmern wollten. Und gerade in den Bildungsfernen Schichten war das Gerät beliebt, denn die Glotze reichte bei den hibbeligen kleinen nicht mehr aus, wenn man sie denn ruhig stellen wollte. Zudem gab es eine Unmenge Präparate und Programme, womit man das Gerät füttern konnte und es wurde sehr gern auch zur Schulbildung genommen. Ein Werbeslogan war dann auch „Jedem Kind sein Gainboy™ und die Schule ist in dir“©. Da hat man dann schnell die Schule abgeschafft, die brauchte man ja nicht mehr.

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Geschrieben von mani1914

April 19, 2009 um 17:07

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Der Ausverkauf des Staates- vom Demos zum Plutos

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Da lachen sich doch so manche ins Fäustchen, die können offensichtlich nicht genug kriegen, während sie ihre Lakaien und Prediger ins Rennen schicken und die es vor lauter Popanz und Privileg kaum gebacken kriegen, sich die Schmiere ihrer Schutzherren von sich abzuwischen, während sie die wahre Reinheit der Lehre verkünden.

Da macht es Spaß zu Lesen und zu stöbern auf einschlägigen Seiten und Blogs, die sich kaum noch einkriegen während des ganzen „Change“, der hier durch die Medien rollt. Ein Wahnsinn auf Rädern, würde so mancher jetzt sagen. Ich lach nur, wegen Unsicherheit, Jep.

So wie mir geht es wie den meisten Linken Spinnern, Wir wissen nicht wohin, eingeschüchtert vom Riesenhaften Moloch Wohlstandgesellschaft, dieser titanischen Fressmaschine, diesem Perpetuum Mobile der Glückseligkeit, glaubt man manchen dieser Herren Propheten der „neuen Marktwirtschaft“.

Die Neid-Debatte wird abgelöst durch die Gier-Debatte. Wann kommt eigentlich die Wut- und enttäuschte Hoffnung-Debatte? Die führen vielleicht unsere Kindeskinder, aber für mich gilt ja: „nach mir die Sintflut“. Also, scheiß auf die Söhne und die Töchter, die unsere Verblendung noch teuer bezahlen werden. Denn bei all den Debatten vergessen wir eines nur allzu gerne. Die Technologie mag sich exorbitant entwickelt haben, der Wohlstand mag sich vermehrt haben (zumindest für einige), man kann heute in einem Tag um die Welt reisen, wofür man vor einiger Zeit noch Jahrtausende brauchte. Der Mensch hat sich nicht entwickelt.

Man verwechselt immer eine Revolution mit einer Evolution. Eine Evolutionäre Entwicklung übersteigt das Vorstellungsvermögen des einzelnen. Eine Evolution umfasst zuweilen Millionen Jahre, ist ein schleichender Prozess, den Menschen in kurzen Momentaufnahmen wahrnehmen oder abstrakt betrachten um überhaupt eine Wahrnehmung des tatsächlich geschehenen herzustellen.Eine Revolution ist ein Plötzlicher, Vulkanartiger Ausbruch und Umsturz, ist eine gewaltige zeitlich komprimierte Expansion einer Idee, einer Anschauung, einer Gelegenheit. Es mag ein kurzes Aufflackern geben, in der eine Vision die Menschheit heimsucht, doch sind Revolutionen so flüchtig wie so manches Edelgas.

Es ist wie ein Fieber, das dich niederwirft und nach einigen Tagen stehst du auf und alles ist wieder so wie zudem.

Nein, der Mensch braucht immer Generationen, um Ideen und Entwicklungen voranzubringen. Warum sollte die Entwicklung des Geistes sich in der gleichen Geschwindigkeit vollziehen, wie die Entwicklung der Maschine? Denn der Schlüssel der menschlichen Veränderung liegt in seiner Natur, in seinem Denken, seiner Einfühlung und der Fähigkeit zur Vorausschau. Die Vision, die Utopie ist eine Ahnung dessen, was sein kann, in welcher Ausrichtung auch immer, Revolution ist Gewalt, Umbruch, Sturz des bestehenden. Aber was wir brauchen ist eine Evolution, eine Vision, eine Entwicklung, die uns als Menschen mitnimmt und uns nicht weg rationalisiert, weil wir nicht schnell genug in unserer Entwicklung sind.

Und das fängt bei unseren Kindern an.

Warum ist es ein Verbrechen, sich auf Kosten unser Kinder zu bereichern, ihnen die Zukunft zu nehmen, sie in den Stumpfsinn, in eine gewaltige Falle laufen zu lassen und uns an ihrer Unwissenheit zu mästen? Und unverändert geht der ganze Spaß weiter.

Inzwischen ist die eine propagierte Form unseres Wirtschaftens zu einer Staatsreligion verkommen, mit all ihren Predigern und Lakaien, die mit der Kommunion ihr Gehirn abgegeben haben.So gesehen ist unsere moderne „Wohlstandsgesellschaft“ nichts weiter als ihr Monarchisches Pendant, Gekrönt im „Geldadel“ und ihren Staatenlenkern. Man darf nicht vergessen, die neuen Führer wollen schließlich auch gut leben. Sie tun ja auch was dafür, zum Beispiel das System aufrecht erhalten, notfalls mit Gewalt. Und wenn es noch so falsch und verachtend ist. Auch hier findet sich der „Glaube“, dass alles immer besser, immer mehr wird und dann alle genug haben. Hier liegt der Fehler im System.Immerhin verabschiedet sich die Menge der Menschen, das „Volk“, von so blöden Ideen, wie einer „Herrschaft“ des Volkes über das Volk. Das scheint für uns Freigeister doch noch zu weit entfernt zu sein.

Wer sich all der Ränke, all der Verbindungen, dem Gebaren, der Aneignung und dem Verhalten gewahr wird, und sich ein bisschen Bildet, der wird verstehen, was des Menschen Triebkraft ist, und der wird auch verstehen, warum die Unbildung des Kindes eines der wichtigsten Bildungsziele ist.

»Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feyndt wird. Die Ursache des Aufruhrs  wollen sie nicht wegtun. Wie kann es die Länge gut werden? So ich das sage, muß ich aufrührisch sein! Wohlhin

Thomas Münzer , „Hochverursachte Schutzrede“, 1525

© .co

Geschrieben von mani1914

Januar 29, 2009 um 0:18

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Innenminister warnt vor Terroranschlägen der altruistischen Misanthropen

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Bereits am Wochenende ging ein Aufschrei durch das Land, denn die Partei der Islamistischen Judennazis (PIJN) kündigte an, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Nun hat unsere tapfere Regierung, der rechtmäßige Inhaber der Weltherrschaft, angekündigt erste Schritte einzuleiten.

Man nehme die Gefahr ernst, so der deutsche Innenminister W. Schäuble. Nennen wir ihn doch lieber aus Sicherheitsgründen Wolfgang S.

Sicherheit für das sichere Volk versicherte er, sich seiner Sache sicher. Von der PIJN gehe eine direkte Bedrohung aus, die ein sicheres Volk nicht einfach hinnehmen könne.

Hans Habersack zufolge, einem investigativen Journalisten, der jahrelang verdeckt im linken-rechten Flügel der reformierten Revoluzzer der PIJN investigativ ermittelt hat, wären die Mitglieder der Partei der PIJN, zu denen auch viele Kommunisten-Nazis gehörten, in ihrem Glauben an leichte Einkaufstüten gemäßigt fatalistisch, was sie in Sachen cholerischem Phlegma nur noch bestärke.

Jeder Bürger hat das Recht auf schwere Einkaufstüten. Schwere Einkaufstüten waren schon immer und sind noch heute einer der Grundpfeiler unserer monarchistischen Demokratie. Sie halten das Volk fit und kurbeln die Wirtschaft an. Wir lassen uns dieses Recht von niemandem streitig machen!“, so der Innenminister als heroische Reaktion auf die schwache Ansprache des Vorsitzenden der PIJN, Ali Omar Sahra ben Gurion.

Man habe herausgefunden, dass ben Gurion in Sarkastien, einer Provinz von Ironesien bereits Terrorcamps leite, in denen zynische Philanthropen zusammen mit altruistischen Misanthropen dazu gedrillt werden in Windeseile Löcher in wehrlose Einkaufstüten zu schneiden und so die Grundfesten unserer Gesellschaft zu erschüttern. Ein Gehirn wäscht dabei das andere.

Sie können überall zuschlagen. Um die Bürger zu schützen, hat die Regierung nun den Plan entwickelt, dass jeder Besitzer von Einkaufstüten sich registrieren lassen müsse. Diese Daten werden dann dank dem Wunder der modernen Technik in das Gehirn des Bürgers implantiert, so dass die zuständigen Sicherheitsorgane für ihn mitsehen und ihn frühzeitig vor einer Gefahr warnen können. Wir alle sollten solch ausgeklügelten Sicherheitssystemen dankbar sein, denn sicher ist sicher ist sicher…

Sie erkennen Mitglieder der PIJN übrigens daran, dass sie dunkle bis hellbraune Haare haben und meist Jeans und Sonnenbrille tragen. Manchmal tarnen sie sich aber auch geschickt als Rentner. Jeder Bürger solle also auf der Hut sein, riet Wolfgang S.

Zudem habe Hans Habersack seine Ermittlungen wieder aufgenommen und werde der Regierung über neue Aktivitäten in den Terror-Tüten-Camps der katholisch-protestantischen aktiven Aktivisten der antizionistischen Kommunisten-Nazis der PIJN.

Nun sind also wir alle gefordert mit dem Staat in Sachen sicherer Sicherheit konform zu gehen. Unser Recht auf schwere Einkaufstüten hängt davon ab.

Gruß vom dynamischen Journalistenduo,

Max Pain und Max Power

Geschrieben von mani1914

November 11, 2008 um 11:11

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ALARM ! ! ! – Altruistische Misanthropen wollen die Weltherrschaft!!!

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Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, haben die gemäßigten Fatalisten des linken-rechten Flügels der Partei der Islamistischen Judennazis („PIJN“) in einer geheimen Presse-Veröffentlichung eingestanden, dass die „PIJN“ die Weltherrschaft anstrebe.

Auf Nachfrage bestätigte der Vorsitzende Ali Omar Sahra ben Gurion, dass es für die monogamen Hedonisten an der Zeit sei, sich warm anzuziehen, denn es werde Sommer.

Kommunisten-Nazis! Wir, die cholerischen Phlegmatiker der anti-zionistischen PIJN werden euch hinweg streicheln. Widerstand ist sinnvoll, aber nur, wenn die Einkaufstüten zu schwer sind“, sagte Ali Omar Sahra ben Gurion am Rande der Mitte der geheim-geschlossenen Pressekonferenz, die über das Internet auf Youtube und dem Social Web 2.0 verbreitet wurde.

Nach eigenen Angaben ist die „PIJN“ das Sammelbecken der protestantisch-katholischen reformierten Revoluzzer-Bewegung, die gegen Krieg und Frieden, und die zu schwere Last des Tütenschleppens kämpfen wollen. Sie verstehe sich als ein offener Geheimzirkel, die auch die V-Leute der Geheimdienste nicht ausschließen wolle. „Man sei für alles offen“, so Ali Omar Sahra ben Gurion am Rande der Mitte.

Mit investigativen Grüßen

Max Power

Geschrieben von mani1914

November 9, 2008 um 22:07

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Vom Traum, der den Traum, der den Traum zerschlug…

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Was haben wir nicht alle für Träume. Träume sind Schäume… Milchschaum, Badeschaum… Hat doch alles was für sich. Also, warum nicht träumen? Sich in großen, wichigen und ausladenden Gesten dem Morgen zuwenden und das Gestern und am besten noch das Heute mit ins Boot nehmen. Und dann Wind und Wellen trotzend gen Horizont schippern. Doch manche Schiffe sind halt irgendwie auch marode und brüchig. Man kann sie sich aber auch so hinreden. Schönreden tut man sie auf jeden Fall. Und fallen ist sowieso etwas Essentielles beim Träumen. Ja, Träume haben wir alle so einige. Manche mehr, manche weniger. Und nur wenige können sie in die Realität umsetzen. Diese wird vom Fernsehen und den Menschen, die für und im Fernsehen arbeiten, gemacht. Die davor arbeiten sind zwar auch real, aber irgendwie zu real. Milchschaum, Badeschaum…
Schäumen ist sowieso was ganz wichtiges. Kommt von schämen. So schäumig sein, dass man sich schämt. Kennste das Sprichwort nicht? Ist ein großes Sprichwort. Da… Unten… In… Bukina Faso.. Oder so… Sprichwörter sind sowieso auch ganz wichtig. Haben ja auch irgendwas mit Träumen zu tun. Und Träume haben wir alle ja viele. Viele reden sogar beim Träumen, das heißt dann Im-Schlaf-reden, oder Reden halten. Tun die Politiker ja auch. Zum Redenhalten braucht man viel Fantasie. Und zum Träumen ja auch. Irgendwie… Freud hatte seine Freude dran. Das ist jetzt schon irgendwie platt… Platt sind auch manche Träume und davon haben wir ja viele. Und die müssen wir auch erfüllen. Denn nur Erfüllung macht die Wäsche weich, samtweich. Schön, wenn Wäsche weich ist und weiß auch. Einfach traumhaft! Von was träumst du denn? Naja, von einer rosa Welt ohne Politiker, ohne Wirtschaftsbosse, ohne Geld, ohne Banken… Und jeder hat eine Kettensäge und damit mäht er dann seinen Vorgarten und die Köpfe der Nachbarn und dann noch die Gartenzwerge und das kleine Haus im Grünen. Rot ist doch eigentlich auch schöner als grün. Schön sind auch unsere Träume, und davon haben wir ja viele.

© nina

Geschrieben von mani1914

Juni 27, 2008 um 11:54

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Fortsetzung Berggasse 19

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(Teil1 – hier)

… Das Stadtbild änderte sich manchmal spontan. Das war ein Mechanismus, den sie offiziell für die Touristen und als Abwechslung für die Bewohner eingerichtet hatten. Alle Gebäude oder Orte, die älter als zwanzig Jahre waren, galten als langweilig und „von gestern“ und wurden sofort modernisiert oder durch etwas „Schöneres und Besseres“ ersetzt. Neues war stets gefragt und dem Trend hatte jeder nartürlich bedingungslos zu folgen. So wurde störende Nostalgie vermieden und niemand musste mehr über die Vergangenheit nachdenken. Außerdem war er sich sicher, dass es wohl zusätzlich der besseren Überwachung der Leute diente.

Niemand konnte unbemerkt etwas tun, da man vom einen auf den nächsten Augenblick mit seiner Tat in der breiten Öffentlichkeit stehen konnte. Außerdem wusste keiner so genau, wer das alles steuerte und aus welchen Gründen genau in einem bestimmten Moment. Aber den meisten war das anscheinend egal.
Naja, wenigstens das Reisen wurde dadurch einfacher und interessanter… Er hasste es! Alle fanden es gut. Aber er hasste es!

Lieder der vorherigen Nacht, die er zum Einschlafen gehört hatte, vermischten sich in seinem Kopf und hallten in ungeahnten neuen Tönen an seiner Schädeldecke wider.
Das war also der Moment, von dem die „Einsiedler“ sprechen. Alle Menschen fürchten sich davor. Nein, das konnte und durfte noch nicht sein. Er befand sich in einer durchaus ansehnlichen Position der Gesellschaft.

Keiner tuschelte hinter seinem Rücken oder zumindest besaß er soviel Selbstbewusstsein dies zu glauben. Am liebsten wäre er stehengeblieben und hätte seine neue Erkenntnis laut weinend seiner Umwelt mitgeteilt, aber daran war nicht zu denken. „Einsiedler“ dürfen nie mehr zurückkehren, da sie der Gesellschaft schaden.

Die Leute haben Angst vor ihnen, ihre Namen werden bekannt gegeben, es ist eine öffentliche Ächtung. Andersdenkenden steht es frei zu gehen oder sich weiter anzupassen und ruhig zu verhalten. Wenn sie gehen, gehen sie alleine, kein Kontakt zu anderen. Sie gehen auf das Amt und bekommen einen Berg samt Hütte und allem, was man braucht, zugeteilt. Jeder nur einen Berg. Sie werden zu willentlichen „Einsiedlern“. So können sie keinen Schaden mehr anrichten und die Leute nie wieder verwirren.

…Fortsetzung folgt…

© nina

Geschrieben von mani1914

Juni 25, 2008 um 11:26

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Berggasse 19

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Als er eines Tages durch die Straßen ging, war alles anders. Seine Schrittzahl hatte sich nicht verändert, der Weg nicht. Natürlich nicht! Und doch stand die Welt Kopf.

Das Lachen der so geschätzten Mitmenschen verzerrte sich zu einem weinerlichen Grinsen, zu Verlegenheit, zu Scham, zu Angst, bis nichts mehr vom Gesicht übrig blieb als eine maskenhafte Fratze, die durch wohlüberlegt gesetzte Farbklekse nur noch bizarrer wirkte.

Eine Pfütze. Sein Fuß taucht ein in den Sumpf der Stadt. Er verdrängt das Wasser nicht. Es wird ein Teil von ihm. Er wird ein Teil. Fünfhundert kleine Seeungeheuer paaren sich mit seinem Fuß. Sie laichen in die Pfütze. Das Gewimmel, der Lebensraum wird enger. Fliegende Fische versuchen wegzusegeln. Schaffen es nicht bis zum Horizont. Wer weiter fliegt verendet im Dreck der Straße. Die winzigen Leichenberge türmen sich bis zum Rand des Rinnsteins. Werden weggespült vom Mann in Orange. Das Orange verschmilzt mit der aufgehenden Sonne. Alles verschwimmt, alles wird eins, nur für eine Sekunde. Sein Blut bebt. An seinem Gürtel baumelt die Kette mit den Würmerschrumpfköpfen. Labende Katzenmäuler lächzen nach ihnen. Ein Hupen. Die Töne fliegen in die Katzenmäuler, tanzen durch den Körper und fliegen durch den Arsch recycled in die Luft. Sie bringen den Abfallcontainer zum schwingen. Alte Elektrogeräte, die zu Sexspielzeugen umgewandelt werden. Süßes sexuelles Spiel mit alten Mixern und CD-Playern.

Soll die Stadt doch in ihrem Keim ersticken! All die Einheitsfratzen! Schneiden dumpfe Grimassen in ihrem Einheitsschritt… Alles brennt und sie sehen es nicht… Die Flammenmonster tanzen in ihren Haaren. Frustriert davon nicht gesehen zu werden, dringen sie in ihre Ohren, beißen in das Hirn. Doch der Puls lässt sich nicht aufhalten.
Und die Farce tanzt weiter. Schwingt ihre Hüften und springt auf und ab in ihrem unermüdlichen Spiel um Aufrichtigkeit und Verlust.

Und genau in diesem Moment entschied sich das Universum seinen Lauf spontan umzukehren. Die Seitengasse wurde zur Hauptstraße. Auf einmal stand er inmitten von Leuten, die ihn alle fassungslos anstarrten. Auch der Lauf der angrenzenden Allee änderte sich. Das Wasser im Kanal floss rückwärts. Weiß der Teufel, zu was das jetzt wieder gut war… Gut, Welt, wenn du es so haben willst!

…Fortsetzung folgt…

© nina

Geschrieben von mani1914

Juni 16, 2008 um 14:33

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