Archiv für die Kategorie ‘Politische Ökonomie’
Werner Marnette und die Mär vom starken Staat
Wo man gerade so schön beim Thema waren:
Werner Marnette, bis zum März 2009 Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein erzählt in einem Interview aus dem Nähkästchen über das alltägliche Politgeschäft und die Kontrollfunktion des Staates auf Wirtschaft und Akteure.
Witzig,witzig, liest sich eher wie eine Posse, aber das wissem wir ja alles schon…
Der Verlauf der Krise ist nicht vorhersehbar
So möchte man meinen. Immerhin hat ein Großteil der Bevölkerung verstanden, dass es eine Krise gibt.
Selbst in den einschlägigen Talkshows und Sendungen, die sich irgendwie mit dem Thema befassen, bemerkt man eine merkwürdige Anteilnahme am ganzen Geschehen. Man möchte den Eindruck gewinnen, dass auf einmal eine neue Offenheit herrscht, die in ihrem Gehalt unumstößlich ist und Journalisten sich wieder auf ihre Tugenden besinnen. Aber irgendwie bleibt ein schaler Nachgeschmack, besonders beim Blick ein wenig hinter die Kulissen.
Warum zum Beispiel werden die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen? Warum wird nicht deutlich gemacht, wer aktiv zum jetzigen Schlamassel beigetragen hat, warum werden die Ursachen nicht benannt, und warum wird das Gegenteil dessen behauptet, was tatsächlich geschah?
Merkel, Steinbrück, Sinn und andere waren Kämpfer an vorderster Front für eine Liberalisierung und Privatisierung der Märkte und der gesellschaftlichen Belange. Sie selbst haben hiervon massiv profitiert. Aber in den Medien stellen sie sich dar als die, die es schon immer gewusst haben, und niemand wollte auf sie hören?
Und jetzt endlich können sie sich präsentieren als Retter in der Not, als Leuchttürme der Vernunft, als die Propheten in der Wüste, die endlich die Oase erreichen. So oder ähnlich ist der Tenor in den Leitmedien. Das ist doch eine Farce, ein billiges Konstrukt! Glauben diese Herrschaften wirklich, dass ein „weiter so“ neue Früchte der Arbeit und des Wohlstands für alle bringen werden? Was glauben diese Personen denn?
Gut, eine Verdrehung der Tatsachen gehört zum allgemeinen Polit-Karussel, ja ist ein guter Ton in dieser unbeliebten Kaste der Parteivertreter (von Volksvertretung möchte ich gar nicht sprechen, googelt mal unter „Landeslisten“). Wer jedoch der Meinung ist, dass dies eine gute Gelegenheit sei, irgendwas zu ändern, der wird schnell eines besseren belehrt. Auch hier wieder sieht man eher eine Beschleunigung des Kurses, den unsere „Eliten“ anstreben. Und das hat mit Demokratie nicht mehr viel zu tun. Hier geht es allein um die aufrechterhaltung des Systems, egal wie gut, schlecht oder sonstiges ist.
Ich in ihrem Fall würde das gleiche wollen, denn es steht nicht nur ihr Privileg auf dem Spiel, sondern ihr ganzes hergebrachtes Leben.
Was ist bloß los mit den Aktienmärkten?
Aus gegebenen Anlass, weil doch immer wieder besorgte Bürger sich fragen, was mit ihren „todsicheren“ Anlagen derzeit geschieht, die ihnen der Freund von der Bank empfahl.
Hey, macht euch keine Sorgen,
Traut euren guten Kumpels, zum Beispiel denen von Goldmann Sachs, die können nicht schlecht sein, die sind schließlich in der Regierung von Dabbeljiu. Genau Georgie, der erfolgreiche Manager und Ölmagnat, der überaus erfolgreich mit Daddys Kumpels 8 Jahre die Welt beherrschen durfte und alles hinweg fegte, was guten Investoren so im Wege steht.
Der Sozialstaat zum Beispiel, oder Recht und Gesetz, oder „Transparenz“, das ist doch Schnee von gestern. Den Rest des Beitrags lesen »
George Dabbelju is echt n` checker
George Walker Bush ist ein echter Durchblicker. Bei seiner Radio-Ansprache an die Nation sagte er, dass die USA beim kommenden Weltfinanzgipfel (G-20) am 15. November zwar für neue Regeln und schärfere Kontrollen bei den Beteiligten der Weltfinanzmärkte seien, aber dass man doch bitte schön nicht an den Grundfesten des Systems zu rütteln hat.
Der „freie Markt“ habe schliesslich dazu beigetragen, dass Wohlstand sich mehren und viele Menschen durch den Freihandel schliesslich der Armut entfliehen konnten und dass der Freihandel gut für Amerika und seine Bürger gewesen sei. Es habe doch schliesslich jeder super daran verdient. Oder? Den Rest des Beitrags lesen »
Neue Bilanzierungsregeln für Banken – Der Wolf im Schafspelz
Also, ich bin ja kein hochspezialisierter Banker, wie zum Beispiel die Jungs und Mädels von Lehman Brothers, aber wenn ich diesen Stuß weiter sehe und höre wird mir echt schlecht:
Wie das Manager-Magazin in einem Artikel berichtet, würde das Anglo-Amerikanische Bilanzierungs-Modell, das hier in Deutschland mal eben schnell verabschiedet wurde, zu einer „Entlastung der Banken“ führen. HÄ???
Wovon denn „Entlasten“??? Von den Milliarden Ramschpapieren („Innovative Finanzprodukte“), die sie in ihren Büchern haben, von den Abermilliarden Dollar an faulen, abgeschriebenen Krediten und „Kreditausfallsicherungen“, die die Fiskalwirtschaft massiv belasten und die Realwirtschaft in die Krise mit hinein ziehen? Meint man etwa, dass dieser ganze giftige Abfall mal eben einfach verschwindet, nur weil man die Bilanzierungsregeln ändert? Das „Amerikanische Modell“ hat doch erst zu diesem Desaster geführt!
Oder ist das der „Plan B“, um wieder mit weisser Weste dazustehen und so zu tun, als wäre nichts geschehen? Mit diesem Scheiss zeigt sich einmal mehr das nicht-Interesse unserer „Führer“ und der „Elite“, dass sie nicht gewillt sind etwas zu ändern und es ist der billige Versuch, den Schlamassel, den sie verusacht haben, mit allen Mitteln zu vertuschen.
Das 480 Milliarden Euro „Rettungspaket“ der Regierung Merkel
480 Milliarden Euro soll das „Rettungspaket“ umfassen, was Kanzlerin Merkel und ihre Clique derzeit durch Parlament und Bundesrat mit höchster Eile bringen. Am Freitag soll es abgesegnet und installiert werden und den hübsch klingenden Namen „Finanzmarktstabilisierungsgesetz“ erhalten.
Mit diesem Gesetz wird der Bund Garantien für so genannte Interbankenkredite geben, um das Vertrauen der Finanzinstitute untereinander wiederherzustellen. Hierfür wird der Finanzmarktstabilisierungsfonds gegründet und wird gut 400 Milliarden Euro umfassen. Wohlgemerkt, es fließt erstmal kein Geld, sondern es werden Bürgschaften vergeben. Den Rest des Beitrags lesen »
Schwarzer Freitag 2.0
jetzt ist es endlich eingetreten, das, was niemand aussprach und alle irgendwie erwarteten. Der Zusammenbruch der Kreditmärkte wird Spürbar.
Während sich Spitzenmanager mit goldenen Handschlägen ihre Inkompetenz, Großkotzigkeit und Arroganz versüßen und den daraus resultierenden Milliardenverlusten durch Spekulation den Gesellschaften aufbürden, während „Spitzenkräfte“ noch mal kurz für 440.000 USD ein „Wellness-Weekend“ einlegen, um für die Geliebte daheim gut auszusehen, während Milliarden an Bürgschaften und Krediten der Gesellschaften im Sog der Raffsucht und Unfähigkeit im Nichts versenkt werden, tanzt das kapitale Schwein auf den Trümmern der Existenzen vieler unschuldiger Menschen.
Und unsere Politiker haben nichts anderes zu tun als mit Kurzsicht dieser torkelnden zugekoksten Schranzen-Scharade Machttrunken hinterher zutorkeln. Schnell noch das Recht abschaffen, schnell noch das Europa der oberen 10.000 etablieren, damit, wenn es knallt, auch wirklich die Pseudo-Legitimation für die unwissenden steht und man mit Panzern und Gewehren gegen dieses „wertlose“ Pack vorgehen kann, man braucht bloß das Wort Terror in den Mund zu nehmen.
Terror, wessen Terror?
Gegen die, die nichts weiter wollen, als eine gerechtere Welt! 10 Millionen Millionäre gegen 6 Milliarden Menschen? Bewaffne und Organisiere „nur“ 100 Millionen von diesen und wir werden den perfekten Sklavenhalter-Planeten haben. Nichts wird mehr so sein wie es einst war.
Wir sind den Schaumschlägern auf den Leim gegangen, haben uns einlullen lassen, haben Menschen vertraut die uns und unser Leben, unsere Werte billig verkauften und uns verrieten. Doch was geschieht? Nichts!
Wir stehen vor einer Zäsur und niemand schaut hin.
Good night banana
© .co
Hank Paulson und die Profiteure der Finanzkrise
Wie in den Medien hinlänglich berichtet wurde, hat das Repräsentantenhaus des US-Kongresses am Freitag ihren Segen gegeben, um den von Finanzminister Henry M. Paulson jr. geplanten Aufkauf von Finanzinstrumenten der Sorten ABS, MBS und CDO`s zu tätigen, um Insolvente Investmenthäuser, die mit solchen Papieren handelten, wieder Kredit und Mittel zu verschaffen.
Dabei wurden auch die Hausbesitzer, kleine bis mittlere Unternehmen und das bürgerliche Milieu mit einbezogen. Die gesamte Summe liegt bei geschätzten 700 Milliarden Dollar, wobei gut 600 Milliarden Dollar des Geldes in den Aufkauf fauler Kredite und Papiere gesteckt werden soll. Über die Finanzierung schweigt man sich aus, man kann aber davon ausgehen, dass das mithilfe von Staatsschulden realisiert wird. Die zu gründende Gesellschaft wird im übrigen nicht, wie gern in deutschen Medien behauptet wird, von Mitarbeitern des Finanzministeriums umgesetzt, sondern von „führenden Mitarbeitern“ der Investmentbank Goldmann Sachs, dem Ehemaligen Arbeitgeber von Hank Paulson. Den Rest des Beitrags lesen »
Die Rettung der Hypo Real Estate und die Scharaden des Herrn Steinbrück
Jetzt ist die Katze aus dem Sack!
Nach den Debatten um den Bundeshaushalt für 2009, in denen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) noch „klarstellte“, das die deutsche Wirtschaft sich „sehr Robust“ gegen die Auswirkungen des Finanz-Tsunamis zeige, sind seit gestern die Alarmglocken am schrillen.
Plötzlich, mit einem Mal heisst es, müsse die Hypo Real Estate (HRE) mit einer Bundesbürgschaft in Höhe von bis zu 26,5 Milliarden Euro gestützt werden. Und natürlich wird auch hier die Mahnung laut, dass die „Volksvertreter“ bitte nicht vergessen mögen, wen sie vertreten und wo sie die besten Buffets ihrer Regierungszeit genossen haben: In den Gefilden und Katakomben der einzelnen Lobby-Organisationen!
Incredible!!! Amazing!!!
Und die fordern nun Tribut für die jahrelange Grundversorgung mit Aufsichtsratsposten, Beraterverträgen, Nutten-Unterhaltung und Umsonst-Firstclass-Flügen. Jetzt endlich werden unsere „Volksvertreter“ ihre Loyalität unter Beweis stellen können, indem sie hübsch nachahmen, was „good ole America“ uns eingebrockt hat: Billionenfache Vermögensverbrennung, Milliarden-Rekordschuldaufnahmen der Regierungen für das gehobene Spekulantentum, goldene Handschläge für wohlverdiente Partner und Freunde der Finanzaristokratie, und eine Abwälzung der Verluste auf den Steuerzahler.
Es sollte schliesslich jeder was davon haben, dass unsere Führer mal einen Fehler machten. Das sollte man ihnen schon nachsehen. Irren ist schliesslich menschlich. Und wer könnte das besser nicht verstehen als der sozial eingestellte Otto Normalbürger, für den gewisse Richtungsänderungen in Politk, Wirtschaft und Gesellschaft seit 2001 eh zu „kompliziert“ sind, und sich daher vertrauensvoll in die Obhut von „Experten“ begeben, die das Verständnis dafür schon haben.
So teilt sich die Welt in die verständnisvollen Mitmenschen, die die gestrauchelten Finanzbarone tröstend in ihre Steuerzahlerarme nehmen, während der „Experte“ für diese Fachfrage diese „Kompliziertheit“ der Materie lieber ausgesuchten Gremien zur Veranschaulichung stellt. Bei all der zur Schau getragenen „Kompetenz“ dieser „Leistungs-Elite“ bin ich wirklich froh, dass Deutschland und Europa endlich Betriebswirtschaftlich effizenter gestaltet wird nach den Wünschen dieser „Führungs-Elite“, die sich bis jetzt so unglaublich „kompetent“ in allen Fragen des Lebens gezeigt hat.
Ich will das alles eigentlich gar nicht wissen. Das ist mir zu „kompliziert“.
Vereinte Nationen beraten über Finanzkrise
Nachdem es im US-Kongress heftige Debatten um die Finanzierung des von Finanzminister Henry Paulson vorgeschlagenen Rettungspaketes und deren Höhe von gut 700 Milliarden Dollar ging, befasste sich die Hauptversammlung der Vereinten Nationen (VN) mit dem Thema.
US-Präsident George W. Bush verteidigte die Pläne Paulsons vor der VN mit Blick auf die internationalen Auswirkungen der Krise. Von Seiten anderer Regierungen waren verhaltene bis vorsichtige Töne zu hören. Generalsekretär Ban Ki Moon mahnte in seiner Rede die Akteure, dass es an der Zeit sei, ein neues Verständnis und eine Ethik der Verantwortung in den Finanzmarkt einzubringen. Der Franzose Sarkozy schug einen „Krisengipfel“ vor. Den Rest des Beitrags lesen »
