Archiv für die Kategorie ‘Fantasiegebilde’
Damals `39®™
…Da kam mein kleiner Enkel zu mir und bat mich, ihm doch zu erzählen, wie das denn so war, so zur Jahrtausendwende mit dem Umbruch und der Evolution.
Ich war sehr erfreut, ihn bei mir zu haben, denn so häufig war es ja nicht, dass mein kleiner Liebling sich zu mir bequemte. Aber so ist das halt mit der Jugend, sie kommen immer nur dann, wenn sie etwas wollen, nicht um einen alten Herrn mit ihrer Anwesenheit zu erfreuen. Er setzte sich vor mich hin, mit seinem Gainboy™, der neuesten Entwicklung auf dem Consumer Market®, in der Hand. Dieses Ding ist sehr praktisch, wenn man will, das die Kiddies auch hübsch ihre Pillen (ein antiquiertes Wort, aber es fällt mir schwer mit diesen neuen Wörtern und Begriffen) nehmen. Man kann genau die Dosis festlegen und darauf vertrauen, dass der Gainboy™Alarm schlägt, wenn der Sprössling nicht sein Recitat®, Recitalin® oder Haluzinopol® nimmt. Das besondere an dem Gerät ist, dass es Spiel und Belohnung so gut miteinander zu Kombinieren wusste. Löste man eine Aufgabe, bekam man genau die richtige Dosis an Freudol®, um die nächste Spielsequenz über glücklich zu sein. So war man noch mehr bemüht, den nächsten Level, die nächste Sequenz, den nächsten Boss zu schaffen, um weiter glücklich zu sein.
Das war eine gute Idee für gestresste Eltern, die sich nicht immer um ihren Nachwuchs kümmern wollten. Und gerade in den Bildungsfernen Schichten war das Gerät beliebt, denn die Glotze reichte bei den hibbeligen kleinen nicht mehr aus, wenn man sie denn ruhig stellen wollte. Zudem gab es eine Unmenge Präparate und Programme, womit man das Gerät füttern konnte und es wurde sehr gern auch zur Schulbildung genommen. Ein Werbeslogan war dann auch „Jedem Kind sein Gainboy™ und die Schule ist in dir“©. Da hat man dann schnell die Schule abgeschafft, die brauchte man ja nicht mehr.
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Innenminister warnt vor Terroranschlägen der altruistischen Misanthropen
Bereits am Wochenende ging ein Aufschrei durch das Land, denn die Partei der Islamistischen Judennazis (PIJN) kündigte an, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Nun hat unsere tapfere Regierung, der rechtmäßige Inhaber der Weltherrschaft, angekündigt erste Schritte einzuleiten.
Man nehme die Gefahr ernst, so der deutsche Innenminister W. Schäuble. Nennen wir ihn doch lieber aus Sicherheitsgründen Wolfgang S.
Sicherheit für das sichere Volk versicherte er, sich seiner Sache sicher. Von der PIJN gehe eine direkte Bedrohung aus, die ein sicheres Volk nicht einfach hinnehmen könne.
Hans Habersack zufolge, einem investigativen Journalisten, der jahrelang verdeckt im linken-rechten Flügel der reformierten Revoluzzer der PIJN investigativ ermittelt hat, wären die Mitglieder der Partei der PIJN, zu denen auch viele Kommunisten-Nazis gehörten, in ihrem Glauben an leichte Einkaufstüten gemäßigt fatalistisch, was sie in Sachen cholerischem Phlegma nur noch bestärke.
„Jeder Bürger hat das Recht auf schwere Einkaufstüten. Schwere Einkaufstüten waren schon immer und sind noch heute einer der Grundpfeiler unserer monarchistischen Demokratie. Sie halten das Volk fit und kurbeln die Wirtschaft an. Wir lassen uns dieses Recht von niemandem streitig machen!“, so der Innenminister als heroische Reaktion auf die schwache Ansprache des Vorsitzenden der PIJN, Ali Omar Sahra ben Gurion.
Man habe herausgefunden, dass ben Gurion in Sarkastien, einer Provinz von Ironesien bereits Terrorcamps leite, in denen zynische Philanthropen zusammen mit altruistischen Misanthropen dazu gedrillt werden in Windeseile Löcher in wehrlose Einkaufstüten zu schneiden und so die Grundfesten unserer Gesellschaft zu erschüttern. Ein Gehirn wäscht dabei das andere.
Sie können überall zuschlagen. Um die Bürger zu schützen, hat die Regierung nun den Plan entwickelt, dass jeder Besitzer von Einkaufstüten sich registrieren lassen müsse. Diese Daten werden dann dank dem Wunder der modernen Technik in das Gehirn des Bürgers implantiert, so dass die zuständigen Sicherheitsorgane für ihn mitsehen und ihn frühzeitig vor einer Gefahr warnen können. Wir alle sollten solch ausgeklügelten Sicherheitssystemen dankbar sein, denn sicher ist sicher ist sicher…
Sie erkennen Mitglieder der PIJN übrigens daran, dass sie dunkle bis hellbraune Haare haben und meist Jeans und Sonnenbrille tragen. Manchmal tarnen sie sich aber auch geschickt als Rentner. Jeder Bürger solle also auf der Hut sein, riet Wolfgang S.
Zudem habe Hans Habersack seine Ermittlungen wieder aufgenommen und werde der Regierung über neue Aktivitäten in den Terror-Tüten-Camps der katholisch-protestantischen aktiven Aktivisten der antizionistischen Kommunisten-Nazis der PIJN.
Nun sind also wir alle gefordert mit dem Staat in Sachen sicherer Sicherheit konform zu gehen. Unser Recht auf schwere Einkaufstüten hängt davon ab.
Gruß vom dynamischen Journalistenduo,
Max Pain und Max Power
ALARM ! ! ! – Altruistische Misanthropen wollen die Weltherrschaft!!!
Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, haben die gemäßigten Fatalisten des linken-rechten Flügels der Partei der Islamistischen Judennazis („PIJN“) in einer geheimen Presse-Veröffentlichung eingestanden, dass die „PIJN“ die Weltherrschaft anstrebe.
Auf Nachfrage bestätigte der Vorsitzende Ali Omar Sahra ben Gurion, dass es für die monogamen Hedonisten an der Zeit sei, sich warm anzuziehen, denn es werde Sommer.
„Kommunisten-Nazis! Wir, die cholerischen Phlegmatiker der anti-zionistischen PIJN werden euch hinweg streicheln. Widerstand ist sinnvoll, aber nur, wenn die Einkaufstüten zu schwer sind“, sagte Ali Omar Sahra ben Gurion am Rande der Mitte der geheim-geschlossenen Pressekonferenz, die über das Internet auf Youtube und dem Social Web 2.0 verbreitet wurde.
Nach eigenen Angaben ist die „PIJN“ das Sammelbecken der protestantisch-katholischen reformierten Revoluzzer-Bewegung, die gegen Krieg und Frieden, und die zu schwere Last des Tütenschleppens kämpfen wollen. Sie verstehe sich als ein offener Geheimzirkel, die auch die V-Leute der Geheimdienste nicht ausschließen wolle. „Man sei für alles offen“, so Ali Omar Sahra ben Gurion am Rande der Mitte.
Mit investigativen Grüßen
Max Power
Neues Design! ENDLICH!!!
Wir Haben es gewagt… Incredible, Amazing, Unbe… Uns fehlten die Worte als wir die Formschönheit (GEIL) dieses Designs bewunderten und mussten ES sofort haben. Wir hoffen, euch gefällt ES wie ES uns gefallen hat Lol!!!
Liebe Grüße und viel Freude weiterhin unseren treuen Lesern
.co und nina
Was Ich bin (und was nicht)
Groß, stark, kräftig nicht unbedingt, einfach nur lässig, einfach nur ich selbst. Ich bin redegewandt. Ich verfüge über Intelligenz, ein unheimliches Aufnahmevermögen, das mich selbst bis in das Mark erschüttert, einen Charme, der wohl Populär aber bescheiden ist, über eine Größe, die kaum einer beachtet, da ich sie nicht in den Mittelpunkt stelle. Ein Sein, so klar und rein, so unbeachtet, dass es mir schwer fällt, darüber Bericht zu halten. Und meine Fähigkeiten?
Allumfassender geht es nicht, denn ich bin ein Kind des Logos und der Erleuchtung. Ein Selbst, so strahlend, das gab es so lange nicht, dass es unzweifelhaft ist, dass ein Geistesborn wie ich ein zweites mal geboren wird. Was auch gut so ist. Und weiter denk ich nicht. Was wäre da schon? Was, wenn nicht Ich???
Nur Ich Allein bin Herrscher der Welt, Gott meiner Selbst, Titan der Urzeiten meiner Geburt des Seins. Mein Meister ist die Unendlichkeit.
Aber was bist DU?
© .co
Fortsetzung Berggasse 19
(Teil1 – hier)
… Das Stadtbild änderte sich manchmal spontan. Das war ein Mechanismus, den sie offiziell für die Touristen und als Abwechslung für die Bewohner eingerichtet hatten. Alle Gebäude oder Orte, die älter als zwanzig Jahre waren, galten als langweilig und „von gestern“ und wurden sofort modernisiert oder durch etwas „Schöneres und Besseres“ ersetzt. Neues war stets gefragt und dem Trend hatte jeder nartürlich bedingungslos zu folgen. So wurde störende Nostalgie vermieden und niemand musste mehr über die Vergangenheit nachdenken. Außerdem war er sich sicher, dass es wohl zusätzlich der besseren Überwachung der Leute diente.
Niemand konnte unbemerkt etwas tun, da man vom einen auf den nächsten Augenblick mit seiner Tat in der breiten Öffentlichkeit stehen konnte. Außerdem wusste keiner so genau, wer das alles steuerte und aus welchen Gründen genau in einem bestimmten Moment. Aber den meisten war das anscheinend egal.
Naja, wenigstens das Reisen wurde dadurch einfacher und interessanter… Er hasste es! Alle fanden es gut. Aber er hasste es!
Lieder der vorherigen Nacht, die er zum Einschlafen gehört hatte, vermischten sich in seinem Kopf und hallten in ungeahnten neuen Tönen an seiner Schädeldecke wider.
Das war also der Moment, von dem die „Einsiedler“ sprechen. Alle Menschen fürchten sich davor. Nein, das konnte und durfte noch nicht sein. Er befand sich in einer durchaus ansehnlichen Position der Gesellschaft.
Keiner tuschelte hinter seinem Rücken oder zumindest besaß er soviel Selbstbewusstsein dies zu glauben. Am liebsten wäre er stehengeblieben und hätte seine neue Erkenntnis laut weinend seiner Umwelt mitgeteilt, aber daran war nicht zu denken. „Einsiedler“ dürfen nie mehr zurückkehren, da sie der Gesellschaft schaden.
Die Leute haben Angst vor ihnen, ihre Namen werden bekannt gegeben, es ist eine öffentliche Ächtung. Andersdenkenden steht es frei zu gehen oder sich weiter anzupassen und ruhig zu verhalten. Wenn sie gehen, gehen sie alleine, kein Kontakt zu anderen. Sie gehen auf das Amt und bekommen einen Berg samt Hütte und allem, was man braucht, zugeteilt. Jeder nur einen Berg. Sie werden zu willentlichen „Einsiedlern“. So können sie keinen Schaden mehr anrichten und die Leute nie wieder verwirren.
…Fortsetzung folgt…
© nina
Berggasse 19
Als er eines Tages durch die Straßen ging, war alles anders. Seine Schrittzahl hatte sich nicht verändert, der Weg nicht. Natürlich nicht! Und doch stand die Welt Kopf.
Das Lachen der so geschätzten Mitmenschen verzerrte sich zu einem weinerlichen Grinsen, zu Verlegenheit, zu Scham, zu Angst, bis nichts mehr vom Gesicht übrig blieb als eine maskenhafte Fratze, die durch wohlüberlegt gesetzte Farbklekse nur noch bizarrer wirkte.
Eine Pfütze. Sein Fuß taucht ein in den Sumpf der Stadt. Er verdrängt das Wasser nicht. Es wird ein Teil von ihm. Er wird ein Teil. Fünfhundert kleine Seeungeheuer paaren sich mit seinem Fuß. Sie laichen in die Pfütze. Das Gewimmel, der Lebensraum wird enger. Fliegende Fische versuchen wegzusegeln. Schaffen es nicht bis zum Horizont. Wer weiter fliegt verendet im Dreck der Straße. Die winzigen Leichenberge türmen sich bis zum Rand des Rinnsteins. Werden weggespült vom Mann in Orange. Das Orange verschmilzt mit der aufgehenden Sonne. Alles verschwimmt, alles wird eins, nur für eine Sekunde. Sein Blut bebt. An seinem Gürtel baumelt die Kette mit den Würmerschrumpfköpfen. Labende Katzenmäuler lächzen nach ihnen. Ein Hupen. Die Töne fliegen in die Katzenmäuler, tanzen durch den Körper und fliegen durch den Arsch recycled in die Luft. Sie bringen den Abfallcontainer zum schwingen. Alte Elektrogeräte, die zu Sexspielzeugen umgewandelt werden. Süßes sexuelles Spiel mit alten Mixern und CD-Playern.
Soll die Stadt doch in ihrem Keim ersticken! All die Einheitsfratzen! Schneiden dumpfe Grimassen in ihrem Einheitsschritt… Alles brennt und sie sehen es nicht… Die Flammenmonster tanzen in ihren Haaren. Frustriert davon nicht gesehen zu werden, dringen sie in ihre Ohren, beißen in das Hirn. Doch der Puls lässt sich nicht aufhalten.
Und die Farce tanzt weiter. Schwingt ihre Hüften und springt auf und ab in ihrem unermüdlichen Spiel um Aufrichtigkeit und Verlust.
Und genau in diesem Moment entschied sich das Universum seinen Lauf spontan umzukehren. Die Seitengasse wurde zur Hauptstraße. Auf einmal stand er inmitten von Leuten, die ihn alle fassungslos anstarrten. Auch der Lauf der angrenzenden Allee änderte sich. Das Wasser im Kanal floss rückwärts. Weiß der Teufel, zu was das jetzt wieder gut war… Gut, Welt, wenn du es so haben willst!
…Fortsetzung folgt…
© nina

