Aus dem täglichen Wahn des Homo Schein

Archiv für Juli 2008

China schränkt die Pressefreiheit während der olympischen Spiele ein

mit einem Kommentar

Getsern geisterte es durch alle Medien: China wird sich jetzt doch nicht an das Versprechen halten die Pressefreiheit für ausländische Journalisten zu garantieren.

Und alle sind höchst verwundert und empört. Sie haben doch nicht ernsthaft gedacht, dass ein Regime wie China sich so von mir nichts dir nichts für die tolle westliche Presse ändert?

Nach und nach treffen nun die Journalisten aus allen Herren Ländern in China ein und merken, dass sie plötzlich nicht mehr uneingeschränkten Zugang zum Internet haben. Selbst ihre eigenen Seiten, wie die der BBC lassen sich nicht mehr aufrufen. Aber eben auch die von beispielsweise Amnesty International…

Nun rächt es sich also, dass man im Vorfeld so still gehalten hat und sich auf das IOC und die Politik in Sachen Meinungs- und Pressefreiheit verlassen hat. Den Journalisten stehen zur Recherche nur explizite Sportseiten zur Verfügung. Und so wird versucht, jegliche Kritik schon von vornherein im Keim zu ersticken.

Also, Reporter, die ihr noch nach China reist, recherchiert hier und schreibt dann dort eure Berichte. Oder schreibt sie am besten jetzt schon vor, denn so könnt ihr euch die Spiele in Ruhe ansehen und sie auch noch der chinesischen Regierung vor Veröffentlichung zur Kontrolle überlassen.

Zensur pur und alle sin höchst überrascht und erschrocken…

Aber eigentlich kann man die Politiker Chinas beruhigen: Westliche Journalisten gewöhnen sich ja hier schon langsam an die Zensur und zudem werden sie eh nicht so viel aufdecken und kritisieren. Das haben die meisten schon längst verlernt…

Update: Nun hat China ja tolle Eingeständnisse gemacht… ein paar Seiten gehen wieder und fast alle sind damit zufrieden. Faszinierend! Und IOC-Chef Jaques Rogge hat das ja eh nie so gesagt, geschweige denn versprochen. Toll, was?! Demnächst dazu mehr… ;-)

© nina

Geschrieben von mani1914

Juli 31, 2008 um 9:55

Veröffentlicht in Neusprech der Woche

Getaggt mit

Von Kulturpessimisten und Zynikern

mit einem Kommentar

Kennt ihr ein einfaches Mittel um jegliche Kritik mundtot zu machen? Nein? Ich wette mit euch, davon habt ihr schon mal gehört… Na?

Richtig, man bezeichnet einfach jeden, der Kritik äußern möchte, als negativ. Genau, Menschen, die Dinge hinterfragen sind zynisch oder pessimistisch. Sie mögen all die Welt da draußen nicht, sie hassen die Menschen, haben keine Freunde und sitzen den ganzen Tag in ihrem stillen Kämmerlein mit vorgezogenen Vorhängen und überlegen sich wie sie die Welt als nächstes schlecht machen können.

Ist doch ne tolle Taktik um jeder Diskussion den Boden zu entziehen. Dieser Trend ist wirklich interessant. Aber Kritik darf man doch nicht mit Pessimismus gleichsetzen. Nur, weil man gewisse Missstände erkennt, sie hinterfragt und versucht etwas besser zu machen, hasst man doch nicht gleich die gesamte Menschheit! Diese Tendenz bekommt man dann erst, weil man so frustriert ist, dass einem niemand zuhört. Aber selbst solche Unterstellungen sind wirklich lächerlich.

Im Gegenteil sogar, man macht sich über die Menschen und die Systeme, in denen sie leben, Gedanken doch gerade WEIL man die Menschen NICHT hasst.

Predigen nicht all die Leistungs- und Motivationsgurus ständig, dass man an seinen Schwächen arbeiten soll, sie in Stärken umwandeln und dann beheben? Ja genau, das kommt euch bekannt vor. Warum tut man dies dann nicht auch mit einem von Menschen geschaffenen System? Auch das bestmögliche aller Systeme muss sich ändern und stetig der Zeit angepasst werden. Protest ist doch nichts schlechtes. Schon Babys sagen einem dadurch ihre Meinung.

Ihr wollt doch ständig leisten, dann leistet doch auch mal was, und zwar etwas, was nicht in Geld gemessen werden kann. Aber ich weiß, eine Leistung ist ja erst etwas wert, wenn sie auch in Kohle auzuwiegen ist. Deswegen ist ja Hausfrau auch keine Leistung, weil sie nicht bezahlt wird… Tolles System!

Und da ist man dann gleich zynisch oder so pessimistisch, wenn man das äußert. Alles ist schön, alles ist toll. Ladida… You are my sunshine, my only sunshine…

© nina

Geschrieben von mani1914

Juli 29, 2008 um 12:14

Veröffentlicht in Seelensenf

Getaggt mit

Barack Obama in Berlin: Und alle jubeln mit…

mit 2 Kommentaren

Vorgestern war Barack Obama, der Hoffnungsträger der Amis, hier in Berlin und hat vor der historischen Kulisse der Siegessäule (geschickt gewähltes Symbol!) eine ziemlich nichtssagende Rede gehalten. Und alle haben gejubelt und alle haben ihn als den neuen Präsidenten des Friedens gefeiert. Dabei hat seine Rede in den Eckpunkten den Krieg beinhaltet.

Immer wieder das Symbol der Luftbrücke in Berlin. Ein untrügliches Zeichen für einen stärker geforderten Einsatz Deutschlands im ach so notwendigen und berühmten Kampf gegen den Terror. Er möchte, und das hat er ebenfalls unmissverständlich erklärt, nicht die Truppen aus dem Irak und Afghanistan abziehen. ER WIRD DEN KRIEG ALSO NICHT BEENDEN! Und wir alle sind nun verstärkt eingeladen. Oder warum waren seinen nächsten Ziele wohl Frankreich und Großbritannien.

Alles in allem muss ich sagen, ich finde Obama wirklich nicht schlecht, doch ich glaube, dass er trotz allem ein typischer Amipräsident sein wird. Oder kennt ihr einen der Frieden gebracht hat? Er wird mit Sicherheit und viel Glück die Wirtschaft und das soziale Gefüge in den USA verbessern können und er ist bei weitem das kleinere Übel als ein Strauch (Bush) oder ein Pommesbaron (McCain).

Trotzdem sollten wir weiterhin vorsichtig sein. Denn, sollte er Präsident werden, sitzt immer noch eine starke Lobby und Berater im Weißen Haus, die mehr Einfluss haben als man es sich nur vorstellen kann. Und bitte, bitte, lasst die Vergleiche mit Martin Luther King. Ja, toll, sie sind beide schwarz und halten Reden, denen viele zuhören. Aber mehr auch nicht. Bei allem Imagegewackel, nicht vergessen: Obama will Macht!

Naja, mal sehen, was die Zukunft so bringt… Haltet trotzdem bei allem eure Augen auf und denkt nach!

Zum Schluss noch ein kleines Video von dem Auftritt bei der Siegessäule. Popstars könnten es nicht besser…

© nina

Geschrieben von mani1914

Juli 26, 2008 um 15:30

Veröffentlicht in Seelensenf

Getaggt mit

Nachtrag zum Saubermann Berlusconi

ohne Kommentare

Ich hatte euch beim letzten Artikel über Berlusconi und das Müllproblem in Neapel ein Video ans Ende gesetzt. Es handelte von der Müllmafia. Und seit ein paar Tagen ist es aus mysteriösen Umständen verschwunden.

Zuerst dachte ich, okay, das liegt vielleicht daran, dass Spiegel TV es nicht so gerne sieht, wenn Teile ihrer ach so hervorragenden Sendung für alle jederzeit abrufbar sind. Man sollte sich die Beiträge vielleicht lieber über ihre Page anschauen. Sehe ich alles ein…

Doch warum fällt ihnen das jetzt ein? Gerade zu diesem Zeitpunkt… Der Beitrag ist nämlich schon relativ alt und kann auch auf ihrer Seite nicht mehr angesehen werden. An Werbung an falscher Stelle kann es also nicht liegen. Interessant ist nur, dass Spiegel TV ja nicht nur auf Vox läuft, wie momentan, sondern auch Formate für Sender wie Sat1 produziert. Und Berlusconi liebäugelt seit Jahren mit Anteilen der Pro7-Sat1-Media AG

Zudem stehen sich Bertelsmann, zu denen die RTL-Group und damit auch Vox gehört, und Berlusconi in Sachen Medienimperium und Ansichten in nichts nach. (Dazu gibts übrigens nen guten Artikel auf der Seite der Linkszeitung…)

Also, frage ich nochmal, was ist mit dem Beitrag passiert? Warum ist er weder im Archiv von Spiegel TV noch sonstwo zu finden? Wird uns hier mit Absicht ein Problem verschwiegen nur um das konservative Bild nicht zu gefährden? Meinungsbildung und Propaganda par excellence… Wie war das noch mit dem Ministerium für Wahrheit und der Kontrolle der Vergangenheit in Orwells „1984″?

© nina

Geschrieben von mani1914

Juli 23, 2008 um 11:36

Veröffentlicht in Neusprech der Woche

Getaggt mit ,

Der heilige Berlusconi beendet Müllkrise in Neapel – Doch wo ist der Müll hin?

mit einem Kommentar

Neapel konnte von einem Tag auf den anderen wieder aufatmen. Monatelang hatte sich der Müll in den Straße der Stadt getürmt und wie alle haben die Bilder von Anwohnern mit Atemschutzmasken noch gut im Kopf.

Das alles ist passiert, weil die Anwohner gegen den Bau dreier großer Müllverbrennungsanlagen protestieren wollten. Jetzt hat Berlusconi sein Image vom Saubermann der Nation noch mal versucht zu erhöhen und die Stadt vom Müll befreit. Und die Neapolitaner jubelten, ja nannten ihn sogar heilig.

Aber am Grundproblem hat sich überhaupt nichts geändert. Die drei Anlagen werden trotzdem gebaut.

Und nun meine größte Frage: Wo ist der Müll hin? Man konnte ihn über Monate hinweg nirgends in Italien entsorgen und auf einmal verschwindet er so mir nicht dir nichts? Und die Nachrichten verschweigen uns das auch mal wieder massiv…

Für mich gibt es da nur eine offensichtliche Erklärung: Die Müll-Mafia. Jetzt nicht lachen. Die Verscherbeln wirklich Müll in andere und vor allem ärmere Länder, die alle für ihr Geld tun würden. Also erstickt jetzt Afrika an neapoilitanischem Müll? Bravo Berlusconi! Ja ein wahrer Heiliger und der sauberste alle Saubermänner…

Ich weiß, das folgende Video ist von Spiegel TV. Find ich auch hirnrissig und reißerisch, aber er fasst das Problem ausnahmsweise mal ganz gut zusammen… (wenn man sich die Skandal-Heischerei mal wegdenkt ;-) )

© nina

Geschrieben von mani1914

Juli 19, 2008 um 14:49

Veröffentlicht in Homo Schein des Tages

Getaggt mit

Homo Schein des Tages: Alfons Schubeck

mit einem Kommentar

Gestern abend bei Markus Lanz im ZDF-Quoten-Verdummungs-TV war der Sternekoch Alfons Schubeck zu Gast. Selten habe ich jemanden gesehen, der so sehr aus den Motivationsphrasen unserer ach so tollen Leistungsgesellschaft besteht.

Von Floskeln wie „Nur, wer sich ein Ziel setzt und es konsequent verfolgt, kann was erreichen“ bis „Glaube an dich selbst“, war alles dabei. Und immer ging es nur um erreichen, leisten, planen, managen, Ziele setzen, und und und. Er will den Menschen was über gesunde Ernährung sagen und prahlt dann im nächsten Satz damit, dass er nur vier Stunden pro Nacht schläft, weil er ja am nächsten Tag wieder was leisten muss. Ach ja, die zu leistende Leistung der harten Arbeit an der Leistung, die man dann nach geleisteter Arbeit erreichen kann, hat er nebenbei auch noch erwähnt.

Dann hat er noch erzählt, was er den ganzen Tag so macht (von sieben Uhr morgens an) und, dass er nach der Arbeit so um ein Uhr nachts dann noch Sport macht. Toll, oder?

Und das Schlimme ist, er glaubt auch noch daran. Er ist so bis oben hin vollgestopft mit diesen Floskeln und dem Aberglauben, dass er aus nichts anderem mehr besteht. Ich war fasziniert!

Aber Schubeck ist nicht das Problem. Es sind Menschen wie er, die sich vor die Masse stellen und ihnen ständig das überzeichnete Bild eines amerikanische Traums vorleben. Das ganze System beruht inzwischen darauf. Nur, wer leistet, ist etwas wert. Arbeitet bis zum umfallen. Arbeitet euch die Seele aus dem Leib, dass ihr ja keine Zeit mehr zum Nachdenken habt. Und wenn es dem System und der Wirtschaft so schlecht geht, kann uns nur noch mehr Arbeit helfen.

Nichts gegen Arbeit. Ich liebe meinen Beruf auch, aber man muss doch auch noch ein wenig Zeit für sich und seine Umwelt haben. Leben um zu arbeiten?! Klar, ein Volk, das vor lauter Arbeit nicht mehr die Augen öffnen und Kritik üben kann, ist leichter zu regieren.

Also halten wir am besten immer schön die Klappe und gehen zurück an die Arbeit. Damit die Leistung auch nich leistiger wird. Du bist Deutschland, du bist Papst, du bist die Arbeit…

Das Video zur Sendung gibts übrigens hier

© nina

Geschrieben von mani1914

Juli 18, 2008 um 11:24

Veröffentlicht in Homo Schein des Tages

Getaggt mit

Gott ist ein Popstar… – Papst Benedikt XVI auf dem Weltjugendtag in Sydney in seinem Element

ohne Kommentare

Majestätisch gleitet das Schiff mit dem Papst an Bord in den Hafen von Sydney und am Ufer stehen Tausende von Gläubigen oder Schaulustige, die auf ihren Helden warten. Eine halbe Stunde lang fährt das Schiff die beeindruckende Kulisse ab. Bis ihm schließlich der Heilige Vater entschwebt… Der Mann mit den Teufelsaugen und dem angeklebten Heiligenschein.

Ein Aborigine begrüßt ihn im traditionellen Gewand, er schäkert mit Jugendlichen und tätschelt einem Koala den Bauch. Das arme Tier kann sich ja nicht wehren. Jetzt ist es jedenfalls gesegnet.

So müssen sich auch die Päpste im Mittelalter inszeniert haben… Nur halt weniger auf Medienwirsamkeit angelegt… Überall, wo er aufläuft gibt es Tumulte wie bei Popstars. Jetzt wissen wir auch, warum Madonna Madonna heißt.

Okay, in Zeiten der Wirtschaftkrise, drohenden Weltkriegen und dem allgemein verbreiteten Angstklima vor Terrorismus, Killerviren und drohenden Pandemien, braucht die Menschheit anscheinend wieder dringend einen Erlöser. Und die scheinbaren Erlöser waren dann im Nachhinein immer die wahren Dämonen. Oder mögt ihr seine Augen? Jemand, der seine Enzyklika „Gott ist Liebe“ nennt und dann mit einer Aussage nach der anderen andere Religionen abwatscht (jetzt hat er sie fast alle durch – und immer wieder springen arme Kardinäle ein, die dann von Missverständnissen reden), den Exorzismus wieder einführt und vor allem lange Jahre der Nachfolgeorganisation der Inquisition vorstand, so einer muss Papst werden. Den Rest des Beitrags lesen »

Geschrieben von mani1914

Juli 17, 2008 um 12:22

Veröffentlicht in Seelensenf

Getaggt mit

Informationsfreiheit – Meinungsfreiheit

ohne Kommentare

Was denn so abgeht in der großen weiten Welt, das nur noch ein Dorf ist, in dem ich innerhalb eines Tages jeden Ort erreichen kann. Alles Wissen besteht aus einem unablässigen Strom aus Daten und Informationen, die die Welt und uns unablässig ändern?

Ich hab noch von keinem Bit gehört, das ich essen konnte.

Aber das Bit, das bestimmt, ob mein Konto im Plus ist, oder nicht, das zwingt mich darüber nachzudenken, was dieses kleine beschissene bit in meiner Welt anrichtet und was nicht. Ich kann Daten nutzen, wandeln, modifizieren, ich kann dafür sorgen, dass sie sichtbar oder unsichtbar werden, und das tun, was ich von ihnen will.

Ich kann herausfinden, wo Du was gerade machst, ohne dass Du weißt, dass ich Dich beobachte und Dich auswerte. Ich sehe, was Du einkaufst, wo Du hingehst, welche Vorlieben Du hast und welche kleinen Geheimnisse Du verbirgst. Und mit ein bisschen code zerstöre oder befördere ich Dein Leben.

Internet is for Porn? Internet is for the Mighty.

Internet ist für den, der es beherrscht, denn er beherrscht die Datenströme dieser Welt. Keine Wirtschaft, keine Kommunikation, kein Krieg und Keinen Frieden ohne den Fluß der Information. Das wissen alle. Wer die Information beherrscht, beherrscht die Meinung! Und darum wird die kurze Spanne der Anarchie und der Freiheit der Information schneller vergehen wie ein Mensch spucken kann. Es kann keine Freiheit geben in einer Welt, die Wir erschaffen haben. Sie ist dafür nicht gedacht.

Warum, GLAUBST Du, wird Bildung zur Ware? Warum, GLAUBST Du, brauchen wir „mehr Überwachung„? Warum GLAUBST Du, WORAN GLAUBST Du? Du GLAUBST an das goldene Kalb des ewigen „Wachstums“, du glaubst an die GÖTTLICHEN GESTZE DES MAMMONS, von dem auch DU ein Stück haben willst! Wenn dem nicht so ist, warum ist die WELT dann SO, wie sie ist? Wer, Glaubst Du, hat DIR die Freiheit gebracht? DEIN Chef?

Good Night Banana

© .co

Geschrieben von mani1914

Juli 16, 2008 um 11:22

Veröffentlicht in Seelensenf

Getaggt mit ,

Thomas Bernhard hätte geschossen… – Georg Schramm hätte schießen sollen

ohne Kommentare

Nein, das soll kein Aufruf zu einem Anschlag werden. Es ist auch nicht das große Kabarett-Komplott. Und all wir „Zyniker, Kulturpessimisten und ewigen Hinterfrager“ planen auch nicht die Weltherrschaft. Obwohl… ;-)

Gestern Abend haben wir uns den politischen Kabarettisten Georg Schramm in den Berliner Wühlmäusen angeguckt. Und was soll man sagen, es war einfach genial und sehr heilsam. Es tut so gut zu sehen, dass es noch Menschen gibt, die ihre Meinung sagen, sie dabei noch in Kunst packen können und sich dabei nicht vom allgemeinen Manipulations-BlaBla und der Propaganda der Medien einlullen lassen.

Schramm schlüpft während seines Auftrittes in immer wieder andere Rollen, wechselt diese von einer Sekunde auf die andere und hält sogar alleine auf der Bühne Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren. Jede dieser Figuren ist ein gut beobachtetes Bild von Teilen unserer Gesellschaft. Ob es nun der revolutionäre Rentner Lothar Dombrowski ist, den Schramm rigoros die Wahrheit gegen unser System aussprechen lässt und so eine Art extremeres und cholerischeres Alter Ego zum Kabarettisten selbst bildet (vielleicht :-) ), oder der abgehakt sprechende Oberstleutnant Sanftleben, der die Maske des Militärs enttarnt, Schramm beherrscht sie meisterlich.

Doch bei allem Humor, den viele jetzt wieder als zynisch abtun werden, haben seine Figuren auch immer mal wieder leise und tragische Momente, wenn beispielsweise ein Rentner vom Pflegefall seiner Frau erzählt oder Dombrowski über seinen Selbstmord nachdenkt. Immer wieder spiegeln sich in solchen Szenen die Realität wieder.

Was nützt aber all diese Genialität im Angesicht des althergebrachten Kabarettpublikums? Lehrer, Ärzte, sogar ein Politiker waren da… Alle gut saturiert und jenseits jeglicher Kritik. Sie wollen das System nicht hinterfragen. Sie wollen anscheinend nicht nachdenken. Sie gehen dorthin, weil es Kultur ist, weil man seine letzten Vorräte an Gold mal wieder ausführen kann. Sie wollen den letzten Rest ihres Alt-68er-Gewissens, das irgendwo zwischen Kommerz, Konsum und Profit irgendwo in ihnen ruft, besänftige, damit sie sich zuhause noch ein schönes Gläschen Wein in ihrem Einfamilienhaus gönnen und alles, was Schramm gesagt hat schnell vergessen. Den Rest des Beitrags lesen »

Geschrieben von mani1914

Juli 15, 2008 um 14:35

Veröffentlicht in Seelensenf

Getaggt mit

Die Tugenden der Weltwirtschaft – Eine neue Weltordnung

mit einem Kommentar

In den letzten beiden Beiträgen habe ich den Anfang der Neunziger Jahre einsetzenden Wertewandel unter die Lupe genommen und erstaunliches festgestellt. Die Schönen, Reichen und Mächtigen propagieren ein extrem kurzsichtiges, egozentrisches Weltbild, das es ihnen ermöglicht, mit den massiven Mitteln der Public Relations, der Propaganda also, ihre Ideologie des kapitalistischen Systems zu ihren Gunsten zu vrebreiten.

Das schöne ist, das in der derzeitigen Weltwirtschaftskrise, der Rezension, eindringlich deutlich wird, dass der Kapitalismus genauso abgewirtschaftet hat, wie der vormals böse Kommunismus.

Nein, ich bin kein Freund von Betonköpfen und verbohrten Ideologen, ich mag auch den Spaß-Kommunismus nicht, der eine besonders subtile Form der Verarschung ist, nein, ich habe einfach nur eine Meinung zu einem Thema, das mir stinkt, denn sein Grundgerüst ist grenzenloses Unrecht. Den Rest des Beitrags lesen »

Geschrieben von mani1914

Juli 13, 2008 um 21:32